Der innere Kritiker — woher die strenge Stimme kommt
28. Juni 2026 · 1 Min. Lesezeit
Fast jeder kennt sie: die Stimme, die kommentiert, vergleicht und tadelt. Die sagt, dass es nicht reicht, dass andere es besser können, dass ein Fehler unverzeihlich ist. Wir halten sie für unsere eigene — dabei ist sie meist übernommen.
Der Kritiker hat eine Herkunft
Kein Kind wird streng mit sich selbst geboren. Der innere Kritiker entsteht aus dem, was ein Kind gehört und erlebt hat: aus Erwartungen, aus Vergleichen, aus Liebe, die an Leistung geknüpft war. Irgendwann wird die äußere Stimme verinnerlicht — und spricht weiter, auch wenn niemand mehr zuhört.
Warum er trotzdem gut gemeint ist
So hart er klingt: Ursprünglich wollte der Kritiker schützen. Wer sich selbst streng kontrolliert, macht sich unangreifbar für Kritik von außen. Er ist ein Wächter, der einen alten Schmerz vermeiden will.
Das zu verstehen verändert alles: Man muss den Kritiker nicht bekämpfen — man kann ihn verstehen.
Vom Gegner zum Anteil
Die Frage ist nicht „Wie werde ich ihn los?", sondern „Wovor versucht er mich zu bewahren?". Wenn du seine Herkunft erkennst, kannst du ihm antworten — ruhig, erwachsen, ohne Kampf.
- Wessen Tonfall höre ich in dieser Stimme?
- Was befürchtet der Kritiker, wenn ich milder mit mir bin?
Wenn deine innere Stimme dauerhaft streng ist und dich klein hält, lohnt sich ein genauer Blick auf ihre Herkunft. In einem Erstgespräch können wir damit beginnen.
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