Der Antreiber „Mach schnell“
20. Juli 2026 · 1 Min. Lesezeit
Warum du nie im Moment ankommst
Kaum ist eine Aufgabe erledigt, ist der Kopf schon bei der nächsten. Ankommen fühlt sich fremd an, fast unangenehm — als würde Stillstehen bedeuten, etwas zu verpassen.
„Mach schnell“ treibt an, ohne dass klar ist, wohin eigentlich. Es ist der Antreiber, der Menschen ständig in Bewegung hält, weil Langsamkeit sich früh wie Gefahr angefühlt hat — vielleicht, weil Zögern bestraft wurde, oder weil in einem hektischen Zuhause nur mitkam, wer schnell genug reagierte.
Im Erwachsenenleben zeigt sich das oft unauffällig: Man unterbricht andere im Satz, weil man das Ende schon zu kennen glaubt. Man plant den nächsten Schritt, während der aktuelle noch läuft. Ruhe fühlt sich nicht nach Erholung an, sondern nach Leerlauf.
Diesen Antreiber zu kennen bedeutet nicht, ab sofort langsamer zu leben. Es bedeutet, sich selbst dabei zu ertappen — und einmal bewusst die Frage zu stellen: Wovor genau laufe ich gerade eigentlich weg?
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